In jeder Bilddatei steckt mehr als das Bild. Wann die Aufnahme entstand, mit welcher Kamera, bei welcher Blende – und bei Handyfotos oft auch, an welchem Ort. Diese Zusatzinformationen heißen EXIF-Daten, und die meisten Menschen wissen nicht, dass sie sie täglich mitverschicken.
Dieser Ratgeber von digitalspezialist zeigt, wie Sie die Daten sichtbar machen, wann Sie sie besser entfernen – und warum bei digitalisierten Aufnahmen ausgerechnet die wichtigste Angabe fehlt.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Handyfotos enthalten oft GPS-Koordinaten – auf zehn Meter genau
- ✓ Zum Auslesen brauchen Sie keine Zusatzsoftware – die Bordmittel genügen
- ✓ Bei Scans fehlt das Aufnahmedatum – dort steht nur, wann gescannt wurde
- ✓ Das Datum lässt sich nachtragen – auch nachträglich und für viele Dateien gleichzeitig
- ✓ Beim Teilen im Netz sollten Sie die Daten entfernen lassen
Was in einer Bilddatei mitreist
Wenn eine Kamera ein Bild speichert, legt sie neben den Bildpunkten einen ganzen Satz technischer Angaben ab. Bei einem Handyfoto sieht das typischerweise so aus:
| Angabe | Beispiel | Wozu nützlich |
|---|---|---|
| Aufnahmedatum und -uhrzeit | 14.07.2024, 16:32 | Chronologische Sortierung |
| Gerät | Hersteller und Modell | Zuordnung bei mehreren Kameras |
| Belichtungszeit | 1/250 Sekunde | Für Fotografen interessant |
| Blende | f/2,8 | Für Fotografen interessant |
| ISO-Wert | 400 | Erklärt Bildrauschen |
| GPS-Koordinaten | 52.5200, 13.4050 | Datenschutzrelevant |
| Ausrichtung | hochkant | Damit das Bild richtig herum erscheint |
Diese Daten bleiben in der Datei, egal wie oft sie kopiert oder weitergegeben wird. Sie sind unsichtbar, aber jederzeit auslesbar – auch von Empfängern, denen Sie ein Bild schicken.
So sehen Sie die Daten
Beide großen Betriebssysteme zeigen die wichtigsten Angaben ohne Zusatzsoftware:
- Windows: Rechtsklick auf die Datei, „Eigenschaften", dann der Reiter „Details"
- macOS: Bild in der Vorschau öffnen, im Menü „Werkzeuge" auf „Informationen einblenden", dann das Info-Symbol
- Smartphone: In der Galerie das Bild öffnen und nach oben wischen oder auf das Info-Symbol tippen
Es gibt zusätzlich Programme und Webdienste, die alle Felder anzeigen. Bei privaten Aufnahmen sollten Sie damit vorsichtig sein: Für den Blick in die Metadaten laden Sie das komplette Bild auf einen fremden Server. Die Bordmittel reichen für die üblichen Fragen völlig aus.
Der Punkt, der wirklich zählt: Standortdaten
Von allen Angaben ist eine problematisch – die Positionsbestimmung. Smartphones speichern standardmäßig, wo ein Foto entstanden ist, und zwar auf wenige Meter genau.
Was das bedeutet, wird an einem Beispiel deutlich: Wer ein Bild aus dem eigenen Garten in ein Verkaufsportal stellt, teilt damit seine Wohnanschrift mit. Wer ein Kinderfoto vom Spielplatz weitergibt, verrät den Ort, an dem sich das Kind regelmäßig aufhält.
? Soziale Netzwerke entfernen die Daten meist
Die großen Plattformen löschen EXIF-Daten beim Hochladen automatisch. Kritisch sind andere Wege: Bilder als Dateianhang per Mail, in Messengern beim Versand als Datei statt als Foto, in Kleinanzeigen-Portalen und auf der eigenen Website. Dort bleiben die Angaben erhalten.
Zwei Wege gibt es dagegen. Sie schalten die Standortspeicherung in den Kameraeinstellungen Ihres Telefons ab – dann entsteht das Problem gar nicht erst. Oder Sie entfernen die Daten vor dem Teilen: Bei Windows geht das über Rechtsklick, „Eigenschaften", „Details" und dort „Eigenschaften und persönliche Informationen entfernen".
Bei Scans steht etwas anderes drin
Hier kommt der Punkt, der bei digitalisierten Aufnahmen regelmäßig für Verwirrung sorgt. Ein Scan hat auch Metadaten – nur andere, als man erwartet.
| Angabe | Bei Digitalfoto | Bei gescanntem Dia |
|---|---|---|
| Aufnahmedatum | Zeitpunkt der Aufnahme | Zeitpunkt des Scans |
| Gerät | Kamera oder Telefon | Scanner |
| Blende, Zeit, ISO | vorhanden | nicht vorhanden |
| Auflösung | Sensorwert | Scanauflösung in dpi |
| GPS | oft vorhanden | nie vorhanden |
Die erste Zeile ist die entscheidende. Wer Dias digitalisieren lässt, bekommt Dateien, die alle dasselbe Datum tragen – den Tag der Bearbeitung. Ein Bild von 1968 und eines von 1985 sehen für den Computer gleich alt aus.
Das hat eine praktische Folge: Die automatische Sortierung nach Datum funktioniert nicht. Wer achthundert digitalisierte Aufnahmen in eine Bilderverwaltung lädt, bekommt sie alle in einem einzigen Block – statt verteilt über vierzig Jahre.
Aufnahmen sortiert digitalisieren lassen
In Ihrer Anlieferungsfolge – auf Wunsch mit bevorzugter Bearbeitung.
Zur Express-DigitalisierungDas Aufnahmedatum nachtragen
Die gute Nachricht: Das Datum lässt sich ändern, auch nachträglich und für viele Dateien gleichzeitig. Bilderverwaltungsprogramme bieten die Funktion meist unter „Datum und Uhrzeit anpassen" oder ähnlich.
Ein bewährtes Vorgehen bei größeren Beständen:
- In Gruppen arbeiten. Alle Bilder eines Urlaubs bekommen dasselbe Datum – auf den Tag genau muss es nicht sein
- Bei Unsicherheit den 1. Januar nehmen. Wenn nur das Jahr bekannt ist, setzen Sie den 1.1. – Hauptsache, die Chronologie stimmt
- Vorher eine Kopie anlegen. Falsch gesetzte Daten lassen sich nur mühsam zurückholen, wenn man den Ausgangsstand nicht mehr hat
Falls Ihnen das zu aufwendig ist, gibt es einen einfacheren Weg: die Dateinamen. Wer das Datum voranstellt – etwa 1968-07-Sommerurlaub – bekommt dieselbe chronologische Ordnung, ohne ein einziges Metadatum anzufassen. Wie das im Zusammenhang mit einer sinnvollen Ablage funktioniert, beschreibt der Ratgeber zum Fotos sortieren.
Woher das Datum nehmen?
Bei alten Aufnahmen ist das oft die eigentliche Frage. Vier Quellen helfen weiter:
- Der Rahmen bei Dias: Viele Labore stempelten Monat und Jahr der Entwicklung auf
- Die Rückseite von Abzügen: Dort steht häufig ebenfalls ein Entwicklungsdatum
- Der Filmrand bei Negativen: Manche Hersteller codierten dort das Herstellungsjahr
- Das Bild selbst: Alter der abgebildeten Personen, Autos im Hintergrund, eingeblendete Datumsangaben
Der erste Punkt ist der praktischste. Wenn Sie Ihre Dias vor dem Einsenden durchsehen, notieren Sie die Stempel gleich mit – nach der Digitalisierung ist der Rahmen nicht mehr auf dem Bild zu sehen.
Bei Papierabzügen lohnt derselbe Blick auf die Rückseite. Wer Fotos digitalisieren lassen möchte, sollte die Entwicklungsstempel vorher notieren – gescannt wird die Bildseite, die Rückseite bleibt außen vor. Bei digitalspezialist können Sie beschriftete Rückseiten auf Wunsch als eigenes Bild miterfassen lassen, wenn dort Namen oder Anlässe vermerkt sind.
Was Scan-Metadaten trotzdem verraten
Auch wenn das Aufnahmedatum fehlt, sind die Metadaten eines Scans nicht wertlos. Eine Angabe ist sogar besonders nützlich: die Auflösung in dpi.
Damit lässt sich nachvollziehen, wie ein Bild erfasst wurde und wie groß es sich drucken lässt. Wer Negative digitalisieren lässt und später ein Bild vergrößern möchte, kann so prüfen, ob die Substanz reicht – ohne raten zu müssen. Nachrechnen lässt sich das mit dem Ratgeber zum DPI berechnen.
Bei digitalspezialist wird zusätzlich die Anlieferungsreihenfolge in den Dateinamen abgebildet. Wer die Dias vorher nach Jahrzehnten sortiert einsendet, findet diese Struktur später wieder – auch ohne dass ein Aufnahmedatum in den Metadaten steht.
Wann Sie die Daten entfernen sollten
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Bild in ein Verkaufsportal stellen | Unbedingt entfernen |
| Foto auf der eigenen Website | Entfernen |
| Bild per Mail an Fremde | Entfernen |
| Familienfotos an Verwandte | Behalten – das Datum ist nützlich |
| Archivkopie auf der eigenen Festplatte | Unbedingt behalten |
Die letzte Zeile verdient Beachtung. Manche Programme zum Verkleinern entfernen Metadaten automatisch, um Platz zu sparen. Bei der Weitergabe ist das erwünscht, beim Archiv nicht – dort gehen damit Informationen verloren, die sich später nicht rekonstruieren lassen.
Prüfen Sie deshalb die Einstellungen, bevor Sie einen ganzen Bestand durch ein Programm laufen lassen. Und behalten Sie in jedem Fall eine unbearbeitete Fassung – wie eine belastbare Sicherung aussieht, beschreibt der Ratgeber zum Fotos sichern.
Unser Fazit: Kennen, prüfen, gezielt entfernen
EXIF-Daten sind nützlich und riskant zugleich. Nützlich, weil sie Bilder automatisch sortierbar machen und technische Fragen beantworten. Riskant, weil Handyfotos oft den Aufnahmeort verraten – und das an jeden, der die Datei erhält.
Bei digitalisierten Aufnahmen dreht sich das Problem um: Dort fehlt das Aufnahmedatum, weil der Scanner nur weiß, wann er gescannt hat. Wer chronologische Ordnung möchte, trägt es entweder nach oder arbeitet mit Dateinamen. Letzteres ist bei großen Beständen der einfachere Weg – und funktioniert auch dann noch, wenn in zwanzig Jahren eine andere Software zum Einsatz kommt.
Häufig gestellte Fragen
Was sind EXIF-Daten genau?
Zusatzinformationen, die eine Kamera beim Speichern in die Bilddatei schreibt: Aufnahmedatum, Gerätemodell, Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert und bei Smartphones oft auch der Standort. Sie sind unsichtbar, bleiben aber beim Kopieren erhalten.
Wie lese ich EXIF-Daten aus?
Ohne Zusatzsoftware: Unter Windows per Rechtsklick über „Eigenschaften" und den Reiter „Details", unter macOS in der Vorschau über „Informationen einblenden". Am Smartphone reicht meist ein Wisch nach oben in der Galerie.
Verraten meine Fotos meinen Wohnort?
Wenn die Standortspeicherung am Telefon aktiv ist, ja – auf wenige Meter genau. Soziale Netzwerke entfernen die Angaben beim Hochladen meist, bei Mailanhängen und Verkaufsportalen bleiben sie erhalten.
Warum haben meine gescannten Dias alle dasselbe Datum?
Weil ein Scanner nicht wissen kann, wann die Aufnahme entstand. Er trägt den Zeitpunkt des Scans ein. Für den Computer sehen deshalb alle Bilder gleich alt aus, unabhängig davon, ob sie von 1968 oder 1985 stammen.
Kann ich das Aufnahmedatum nachtragen?
Ja, Bilderverwaltungsprogramme bieten das meist unter „Datum und Uhrzeit anpassen" an, auch für viele Dateien gleichzeitig. Arbeiten Sie in Gruppen und legen Sie vorher eine Kopie an – falsch gesetzte Daten sind mühsam zu korrigieren.
Wie entferne ich EXIF-Daten?
Unter Windows über Rechtsklick, „Eigenschaften", „Details" und dort den Punkt zum Entfernen persönlicher Informationen. Wichtig: Bearbeiten Sie dabei eine Kopie, damit die Angaben im Archivbestand erhalten bleiben.
Gehen beim Verkleinern die Metadaten verloren?
Bei manchen Programmen ja, weil sie damit Platz sparen. Für die Weitergabe ist das erwünscht, für das Archiv nicht. Prüfen Sie die Einstellung, bevor Sie einen ganzen Bestand verarbeiten.