Bildformate: Ein Überblick - JPG, PNG, TIFF und mehr

Der Begriff Bildformate führt regelmäßig zu Missverständnissen, weil er zwei völlig verschiedene Dinge bezeichnet. Der eine spricht von JPG und TIFF, der andere von 10 × 15 und 13 × 18. Beides ist richtig – und beides braucht man, wenn analoge Aufnahmen digital werden sollen.

Dieser Ratgeber von digitalspezialist klärt beide Bedeutungen: welches Dateiformat sich wofür eignet, welche Papierformate im Umlauf sind und warum das Seitenverhältnis darüber entscheidet, ob beim Druck jemandem der Kopf fehlt.

Das Wichtigste in Kürze

  • ✓ JPG ist für Fotos die richtige Wahl – überall lesbar, kompakt, seit Jahrzehnten etabliert
  • ✓ TIFF lohnt nur bei Archivierung oder intensiver Nachbearbeitung
  • ✓ PNG ist für Grafiken gedacht, nicht für Fotos
  • ✓ Alte Papierformate passen oft auf keine heutige Standardgröße
  • ✓ Herstellereigene Formate sind für die Archivierung riskant

Die Dateiformate im Vergleich

FormatVerlustDateigrößeGedacht für
JPG ja, einstellbar klein Fotos, Alltag, Weitergabe
TIFF nein sehr groß Archivierung, Bildbearbeitung
PNG nein mittel bis groß Grafiken, Logos, Screenshots
HEIC ja sehr klein Fotos auf neueren Smartphones
WebP wahlweise klein Bilder auf Webseiten
RAW nein sehr groß Rohdaten aus der Kamera
PDF je nach Erstellung variabel Dokumente, mehrseitige Vorlagen

JPG: der Standard aus gutem Grund

Über neunzig Prozent aller Fotos im Umlauf liegen als JPG vor. Das Format komprimiert verlustbehaftet, aber intelligent: Es wirft Informationen weg, die das menschliche Auge ohnehin kaum wahrnimmt. Bei hoher Qualitätsstufe ist der Unterschied zum Original nicht sichtbar, die Datei aber um ein Vielfaches kleiner.

Der wichtigste Vorteil ist jedoch ein anderer: JPG existiert seit über drei Jahrzehnten und wird von jedem Gerät gelesen, das Bilder anzeigen kann. Für Aufnahmen, die noch in dreißig Jahren zugänglich sein sollen, ist das entscheidender als jede technische Feinheit.

TIFF: für die Fälle, in denen es zählt

TIFF speichert verlustfrei. Jeder Bildpunkt bleibt exakt so erhalten, wie er erfasst wurde – auch nach hundertmaligem Öffnen und Speichern. Der Preis dafür ist die Dateigröße: Ein Bild, das als JPG 5 Megabyte belegt, kommt als TIFF schnell auf 50.

Sinnvoll ist das in zwei Situationen: bei der Langzeitarchivierung besonders wertvoller Aufnahmen und bei Bildern, die aufwendig nachbearbeitet werden sollen. Für den Familienbestand auf der Festplatte ist es überdimensioniert.

PNG: das häufigste Missverständnis

PNG wird oft für Fotos verwendet, weil es verlustfrei arbeitet. Entwickelt wurde es allerdings für etwas anderes: Grafiken mit klaren Farbflächen, Logos, Screenshots – und für Bilder mit transparentem Hintergrund.

Bei Fotos mit ihren feinen Farbverläufen komprimiert PNG deutlich schlechter als JPG. Die Datei wird groß, ohne dass ein sichtbarer Qualitätsgewinn entsteht. Wer archivieren möchte, nimmt besser TIFF; wer teilen möchte, JPG.

? Vorsicht bei herstellereigenen Formaten

Manche Kameras und Programme speichern in eigenen Formaten, die nur die zugehörige Software öffnen kann. Für die Archivierung ist das riskant: Wenn der Hersteller die Unterstützung einstellt, kommen Sie an die Bilder nicht mehr heran. Wandeln Sie solche Dateien frühzeitig in JPG oder TIFF um – beides sind offene Standards, die niemandem gehören.

Welches Format wofür

Ihr VorhabenEmpfohlenes Format
Familienfotos auf der Festplatte sammeln JPG in hoher Qualitätsstufe
Per Mail oder Messenger verschicken JPG, verkleinert
Wertvolle Aufnahmen dauerhaft sichern TIFF, zusätzlich JPG für den Alltag
Fotobuch oder Abzüge bestellen JPG in voller Auflösung
Bild aufwendig retuschieren lassen TIFF
Dokumente und Urkunden PDF

Die dritte Zeile beschreibt den Ansatz, der sich bei größeren Beständen bewährt: beide Formate parallel. Das TIFF liegt im Archiv und wird nie angefasst, das JPG ist die Arbeitsfassung. Bei digitalspezialist lässt sich das direkt so beauftragen – in der höchsten Qualitätsstufe kann zusätzlich zum JPG eine TIFF-Datei ausgegeben werden.

iIm richtigen Format

Aufnahmen digitalisieren lassen

JPG oder TIFF – auf Wunsch mit bevorzugter Bearbeitung.

Zur Express-Digitalisierung

Die andere Bedeutung: Papierformate

Wer von Bildformaten spricht, meint häufig nicht die Datei, sondern die Größe des Abzugs. Diese Formate sind im Umlauf:

FormatSeitenverhältnisZeitraumAnmerkung
9 × 13 cm ca. 1:1,44 1960er bis 1990er Der lange Zeit übliche Standard
10 × 15 cm 2:3 ab den 1990ern Heute das gängigste Format
13 × 18 cm ca. 3:4 durchgehend Häufig für Porträts
20 × 30 cm 2:3 durchgehend Vergrößerungen
Quadratisch 1:1 1950er bis 1970er Passt auf kein heutiges Format
Mit weißem Rand variabel bis in die 1970er Rand gehört zum Abzug

Die letzten beiden Zeilen bereiten in der Praxis die meisten Schwierigkeiten. Quadratische Abzüge aus den Fünfzigern und Sechzigern lassen sich auf kein Standardformat drucken, ohne dass etwas fehlt. Und der weiße Rand alter Bilder ist Teil des Originals – manche möchten ihn erhalten, andere weggeschnitten haben.

Bei der Digitalisierung wird deshalb formatgerecht erfasst. Der Bereich für Fotos von 9×13 bis A4 deckt die gängigen Größen ab, ungewöhnliche Maße laufen über den Bereich für Fotos in Sonderformaten.

Das Seitenverhältnis: die dritte Bedeutung

Neben Dateiformat und Papiergröße gibt es noch das Seitenverhältnis – und das entscheidet darüber, ob ein Bild vollständig auf den Abzug oder den Bildschirm passt.

VerhältnisKommt vor beiPasst zu
3:2 Kleinbildfilm, Digitalkameras, Dias 10 × 15, 20 × 30
4:3 Smartphones, ältere Digitalkameras 13 × 18, 20 × 27
1:1 Alte quadratische Abzüge, Mittelformat nur quadratische Formate
16:9 Fernseher, Videoaufnahmen Bildschirm, nicht für Abzüge

Passt das Verhältnis nicht zum Zielformat, wird beschnitten. Bei einem 4:3-Bild auf einem 10 × 15-Abzug verschwinden oben und unten je rund acht Prozent – genau dort, wo bei Gruppenbildern die Köpfe sitzen.

Ein gescanntes Kleinbild-Dia hat übrigens dasselbe Verhältnis wie eine Digitalkamera, nämlich 3:2. Wer Dias digitalisieren lässt, kann die Ergebnisse also problemlos in den gängigen Formaten drucken. Bei Mittelformat-Aufnahmen sieht das anders aus – die sind je nach Kamera quadratisch oder 4:3.

Welches Format bei der Digitalisierung

Bei der Digitalisierung analoger Vorlagen stellt sich die Formatfrage neu, weil hier das Original nur einmal erfasst wird.

Für die allermeisten Bestände ist JPG in hoher Qualitätsstufe die richtige Wahl. Die Dateien bleiben handhabbar, laufen auf jedem Gerät und lassen sich problemlos an die Familie weitergeben. Wer Fotos digitalisieren lassen möchte, bekommt sie standardmäßig in diesem Format.

TIFF lohnt sich in zwei Fällen: bei besonders wertvollen Einzelstücken und bei Aufnahmen, die aufwendig restauriert werden sollen. Beachten Sie dabei die Dateigröße – bei hochauflösenden Scans kann eine einzelne TIFF-Datei 100 Megabyte übersteigen.

Ein Sonderfall sind Filmstreifen. Wer Negative digitalisieren lässt, erhält bereits umgewandelte Positivbilder – das Herausrechnen der orangefarbenen Maske und die Umkehrung passieren im Scanprozess. Sie bekommen also fertige Bilder, keine Negativdateien.

Welche Auflösung dabei zum gewünschten Format passt, lässt sich mit dem Ratgeber zum DPI berechnen nachvollziehen. Bei digitalspezialist werden Vorlagen bis 6.000 dpi erfasst – das reicht auch für großformatige Vergrößerungen, bei denen die Dateigröße dann allerdings entsprechend steigt.

Was in dreißig Jahren noch lesbar ist

Bei der Archivierung geht es weniger um Qualität als um Beständigkeit. Ein Format nützt nichts, wenn es in zwanzig Jahren keine Software mehr öffnen kann.

Zwei Kriterien sind entscheidend:

  • Offener Standard: Das Format gehört keinem Unternehmen und ist vollständig dokumentiert. JPG, TIFF und PNG erfüllen das, herstellereigene Formate nicht
  • Weite Verbreitung: Je mehr Geräte ein Format lesen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Unterstützung verschwindet

Nach beiden Maßstäben ist JPG die sicherste Wahl, TIFF die zweitsicherste. Neuere Formate wie HEIC sind technisch überlegen, aber weniger verbreitet – wer sie nutzt, sollte zusätzlich eine JPG-Fassung anlegen.

Wichtiger als das Format ist ohnehin die Sicherung selbst. Wie eine belastbare Strategie aussieht, beschreibt der Ratgeber zum Fotos sichern.

Formate umwandeln: worauf achten

Eine Umwandlung ist manchmal nötig – etwa wenn ein Dienstleister nur JPG annimmt oder ein altes Format nicht mehr geöffnet werden kann. Drei Regeln helfen:

  • Von verlustfrei zu verlustbehaftet ist eine Einbahnstraße. Ein TIFF wird problemlos zum JPG, umgekehrt entsteht kein Gewinn – die weggeworfene Information kommt nicht zurück
  • Nie mehrfach durch JPG. Jede Umwandlung von JPG zu JPG kostet erneut Qualität. Behalten Sie das Original und wandeln Sie immer von dort aus um
  • Bei Stapelverarbeitung vorher testen. Wandeln Sie erst ein einzelnes Bild um und prüfen Sie das Ergebnis, bevor dreihundert Dateien durchlaufen

Unser Fazit: Zwei Formate genügen

Für den privaten Bestand brauchen Sie im Grunde nur JPG. Es ist überall lesbar, kompakt und bei hoher Qualitätsstufe visuell nicht vom Original zu unterscheiden. TIFF kommt hinzu, wenn einzelne Aufnahmen besonders wertvoll sind oder aufwendig bearbeitet werden sollen.

Bei den Papierformaten gilt: Alte Abzüge folgen anderen Maßen als heutige Standards. Wer digitalisierte Bilder drucken lassen möchte, sollte deshalb vorher aufs Seitenverhältnis schauen – sonst fehlt am Ende jemandem der Kopf.

Häufig gestellte Fragen

JPG oder TIFF – was ist besser?

Für den Alltag JPG: kleine Dateien, überall lesbar, kaum sichtbarer Verlust bei hoher Qualitätsstufe. TIFF lohnt nur bei Archivierung wertvoller Einzelstücke oder wenn Bilder intensiv nachbearbeitet werden sollen – die Dateien sind rund zehnmal größer.

Warum sollte ich PNG nicht für Fotos nutzen?

PNG wurde für Grafiken mit klaren Farbflächen entwickelt, nicht für Fotos mit feinen Farbverläufen. Bei Fotos komprimiert es deutlich schlechter als JPG – die Datei wird groß, ohne dass ein sichtbarer Qualitätsgewinn entsteht.

Welches Format ist 13 × 18?

Das ist ein Papierformat mit einem Seitenverhältnis von etwa 3:4. Es passt gut zu Bildern aus Smartphones und älteren Digitalkameras, während Aufnahmen im Verhältnis 3:2 dabei beschnitten werden.

Was mache ich mit alten quadratischen Fotos?

Sie passen auf kein heutiges Standardformat, ohne dass etwas wegfällt. Wählen Sie entweder ein quadratisches Druckformat oder akzeptieren Sie weiße Ränder an zwei Seiten. Beim Scan werden sie vollständig erfasst.

In welchem Format bekomme ich digitalisierte Aufnahmen?

Standardmäßig als JPG in hoher Qualitätsstufe. In der höchsten Qualitätsstufe lässt sich zusätzlich TIFF beauftragen – dabei sollten Sie allerdings die Dateigröße beachten, die pro Bild 100 Megabyte übersteigen kann.

Kann ich ein JPG verlustfrei in TIFF umwandeln?

Technisch ja, sinnvoll nein. Die Umwandlung bewahrt das, was noch da ist – bringt aber nichts zurück, was beim JPG bereits weggerechnet wurde. Die Datei wird nur größer, ohne besser zu werden.

Welches Format eignet sich zur Langzeitarchivierung?

JPG und TIFF – beides sind offene, weit verbreitete Standards, die keinem Unternehmen gehören. Herstellereigene Formate sollten Sie umwandeln, solange die zugehörige Software noch funktioniert.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.